Die erste Zyklushälfte verstehen: Was Östrogen in deinem Körper bewirkt und wie du es bei dir erkennen kannst
Es ist wieder so weit: deine Periode startet. Aber weißt du, was das für deinen Körper bedeutet? Und vor allem, was für dich als nächstes kommt? Mit der Periode beginnt nämlich dein neuer Zyklus und damit auch die erste Zyklushälfte. Und das war es dann auch schon wieder mit unserer Beobachtung und wir warten auf die nächste Periode – so wurde es uns zumindest beigebracht. Wer aber anfängt etwas genauer hinzuschauen, kann zwischen zwei Perioden vielleicht Muster erkennen, die sich jeden Zyklus wiederholen. Diese Muster sind sehr individuell und können für jede Person etwas anderes bedeuten. Was generell in dieser ersten Hälfte passiert, wie sich das anfühlen kann und welche Anzeichen es für ein Ungleichgewicht gibt, erfährst du in diesem Beitrag.
Die erste Zyklushälfte aka die Follikelphase
Die Follikelphase bildet die erste Hälfte deines Zyklus und sie startet mit deiner Periode. Ihren Namen trägt sie, weil in dieser Phase die Follikel in den Eierstöcken heranreifen. Das steigende Östrogen unterstützt dabei und gibt vielen das Gefühl von mehr Energie und Kontaktfreude. Es beginnt schon während deiner Periode anzusteigen und erreicht kurz vor dem Eisprung – ungefähr die Zyklusmitte – seinen Höchstpunkt. Es dominiert also die Follikelphase und zählt für viele als Favorit unter den Zyklushormonen. Östrogen ist in dieser Phase deine Taktgeberin und deine engste Verbündete und wir zeigen dir, warum das so ist.
Was ist Östrogen und was leistet es überhaupt?
Östrogen ist ein zykluswichtiges Hormon, das in der ersten Hälfte seine Hochphase hat. Es wird in erster Linie in den Eierstöcken produziert und sorgt dafür, dass neue Follikel heranreifen und die Gebärmutterschleimhaut neu aufgebaut wird. Außerdem sorgt es dafür, dass kurz vor dem Eisprung dein Ausfluss klar wird, um eine mögliche Schwangerschaft zu fördern. Solltest du tatsächlich schwanger werden, unterstützt es dich außerdem beim Wachstum der Gebärmutter und die Milchdrüsenentwicklung. Und als ob das noch nicht genug Aufgaben wären, fördert es ganz nebenbei auch noch deine Knochendichte, stärkt dein Herz und Gefäße, hält deine Haut elastisch und hilft deinem Körper wichtige Mineralstoffe zu speichern. Das ist ein erstaunliches Leistungsprofil, aber das ist noch gar nicht alles: Östrogen beeinflusst nämlich auch deine Psyche und Stimmung.
Wie fühlt sich Östrogen an?
Mit steigendem Östrogen kann es sein, dass du dich energetischer und kontaktfreudiger fühlst. Die Ursache dafür liegt darin, dass Östrogen mehrere deiner Botenstoffe beeinflusst – darunter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Genau diese Botenstoffe hängen nämlich mit deinem Antrieb, deiner Stimmung und deiner emotionalen Balance zusammen. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass Östrogen auch dabei helfen kann, deinen Stress besser zu regulieren, weswegen du dich in dieser Phase unbesiegbar fühlen könntest. Ganz nach dem Motto: egal, welche Hürde das Leben dir zuwirft, du hast für alles eine Lösung und hast alles im Griff. Genau wegen diesen Effekten gilt Östrogen oftmals als Lieblingshormon im Zyklus. Wenn es aber so viel beeinflusst, kann ein Mangel umso intensiver wirken.
Wie fühlt sich ein Östrogenmangel an?
Generell sind erste Anzeichen für einen Mangel meist ein unregelmäßiger Zyklus oder eine schwache bzw. gar ausbleibende Periode. Nachdem Östrogen auch die Elastizität der Haut unterstützt, kann eine Folge außerdem trockene oder brüchige Haut sein. Aber auch die Schleimhäute können trockener sein, was unter anderem zu Juckreiz führen kann. Der häufigste Grund für einen Östrogenmangel ist die Menopause - d.h. früher oder später wird er uns alle betreffen, da es ein natürlicher Teil der Menopause ist. Wer sich früh damit beschäftigt, geht vorbereitet in diese Lebensphase.
Grundsätzlich wird ein Mangel durch Fachpersonal wie Hausärzt:innen oder Gynäkolog:innen festgestellt unter Berücksichtigung der Blutwerte, Zyklus- und Lebensphase. Falls du also den Verdacht auf einen Östrogenmangel hast, solltest du es auf jeden Fall ärztlich abklären lassen. Wenn ein Mangel nämlich unbehandelt bleibt, kann das Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Osteoporose fördern. Es kann aber auch zu Unfruchtbarkeit führen, da Östrogen eine zentrale Rolle in der Vorbereitung auf eine Schwangerschaft spielt. Je nach Ursache gibt es dafür Behandlungsansätze, weswegen es wichtig ist, hierfür Fachpersonal aufzusuchen.
Wenn du deinen Zyklus besser kennenlernen willst, empfiehlt es sich also in der Follikelphase – der ersten Zyklushälfte – zu starten. Beobachtung hilft dir nämlich nicht nur dabei, deinen Körper besser zu verstehen, sondern auch bei deiner Planung. Wer nämlich seine eigenen Muster kennt, geht vorbereitet in den nächsten Zyklus, erkennt frühzeitig Abweichungen und kann die eigenen Beschwerden schneller einordnen und gezielt darauf reagieren.
Mit dem Start der Periode kannst du also genau feststellen, wann dein neuer Zyklus beginnt. Und dann heißt es erstmal beobachten:
- Fühlst du, wie deine Energie nach der Periode langsam steigt?
- Hast du das Bedürfnis nach Rausgehen und sozialen Kontakten?
- Ist dein Bewegungsdrang plötzlich stärker?
All das sind typische Anzeichen für die Follikelphase und hängen mit deinem Östrogenspiegel zusammen. Es kann sich für dich aber auch ganz anders anfühlen, da das eigene Empfinden und die Wirkung der Hormone extrem individuell sind. Damit du das für dich selbst besser einordnen kannst, haben wir ein kostenfreies Tool entwickelt, um dich bei deiner Beobachtung zu unterstützen.